Mittwoch, 12. Februar 2020

[Rezension] Die Geliebte des Kaisers




Autor: Peter Dempf

Verlag: Lübbe

Preis: € 11,00 [TB]

ISBN: 978-3404179459

Seiten: 448





Klappentext:

Rom, im Jahr 1001. Otto III., römisch-deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, liegt im Sterben. Es ist Winter, und er und seine Getreuen sind auf der Flucht aus Rom, wo Unruhen ausgebrochen sind. Ottos letzte Bitte an seine Geliebte Mena: Sie soll dafür sorgen, dass sein Herz nach Augsburg gelangt. Der Grund: Sie trägt sein ungeborenes Kind unter dem Herzen, den letzten Spross und Erben seiner Linie, und das Herz ist ihr einziger Beweis.


Mit dem Mut der Verzweiflung schließt sich Mena einem Trupp wagemutiger Kaufleute an, die mit Schlitten dem Winter trotzen und als Erste im Jahr die Alpen zu überqueren versuchen. Doch sie wird gejagt, denn der Kampf um Ottos Nachfolge hat begonnen und ihre Gegner sind unberechenbar ...



Meine Meinung:

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lesejury.de lesen. Vielen Dank an den Verlag für das Manuskript.



Als Otto III. stirbt, stirbt mit ihm auch die Reihe der Ottomanen aus. Der einzige Lichtblick, seine „Reihe“ weiterzuführen, ist das Kind, das seine Magd Mena von ihm erwartet. Doch da die beiden nicht geheiratet haben, gibt Otto Mena noch zu Lebzeiten auf, den Zahn des Kaisers Karls und sein Herz nach Augsburg zu bringen, damit das Kind legitimiert ist. Und so macht sich Mena im tiefsten Winter auf, nach Augsburg zu reisen.



Der Klappentext und die Leseprobe haben mich sehr angesprochen und haben mich hoffen lassen, eine spannende Geschichte rund um Otto III. und seine Geliebte Mena zu lesen. Doch leider fehlte mir die Spannung. Ich fand es besonders schade, nicht mehr über Otto III. und seine Beziehung zu Mena (und vor allem um das Zustandekommen der „Beziehung“) zu lesen. Gleich zu Beginn stirbt Otto III., sodass man von ihm so gut wie nichts erfährt. Mena macht sich daraufhin auf den Weg nach Augsburg, um dort dem Bischof das Herz Ottos übergeben zu können. Doch auf der Reise ist sie nicht allein. Sie wird von ihrem ehemaligen Geliebten Ewalt und zwei Gefolgsleuten des Bayernherzogs verfolgt.



Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Wir erfahren Menas Reise, aber auch die Perspektiven von Ewalt und den beiden Verfolger werden erzählt.



Leider blieb unsere Hauptprotagonistin Mena ziemlich blass und ich konnte zur ihr keine richtige Beziehung aufbauen. Einerseits wirkt taff, dann wieder ist sie ziemlich naiv. Auch gibt es viele Ungereimtheiten, die ihre Handlungen und Gedanken unrealistisch wirken lassen. Für sie ist ihr Kind ganz klar der nächste Thronanwärter, wobei sie nicht daran denkt, dass es für ein Kind einer Magd nicht so einfach sein kann, als Thronfolger zu gelten. Auch die Überlegung, was passiert, wenn sie ein Mädchen erwarten sollte, kommt für sie gar nicht in Betracht. Auch viele ihrer Handlungen sind für mich nicht nachvollziehbar, wie zum Beispiel, dass sie unter stärksten Wehen noch in der Lage ist, einige Meter durch den Wald zu laufen und das Herz des Kaisers zu verstecken. Auch hat man nicht gemerkt, ob Mena sich überhaupt auf das Kind freut und erst zum Ende des Buches scheint sie Gefühle für das Kind zu haben.



Auch Ewalt, der die zweite Hauptfigur in diesem Buch ist, bleibt leider ziemlich blass. Auch bei ihm weiß man nicht, was man von ihm halten soll. Er stellt sein Fähnchen immer in den Wind und man weiß nie, was er wirklich will.



Einzig für Gor, dem Bergmenschen, konnte ich Sympathie entwickeln und auch Gefühle erkennen.



Die Handlung dieses Buches besteht größtenteils aus Menas Reise durch die Alpen. Hier hätte ich gerne eine Karte zur Hand gehabt, damit man ein bisschen den Weg nachvollziehen kann. Doch leider fehlt diese. Auch war mir dieser Teil des Buches zu lang und die Geschichte plätscherte so vor sich hin. Insgesamt fehlte mir die Spannung in diesem Buch und ich musste mich teilweise dazu „zwingen“ es weiterzulesen. Um den nächsten Abschnitt mitlesen zu können, habe ich sogar einen Teil des Buches übersprungen und hatte das Gefühl, dass mir von der Handlung dazwischen überhaupt nichts gefehlt hat.



Fazit

Leider ist „Die Geliebte des Kaisers“ eine Geschichte, die nicht ganz rund läuft. Mir fehlte die Spannung und auch zu den Personen des Buches konnte ich keine Verbindung aufbauen. Hätte ich nicht an der Leserunde teilgenommen, hätte ich das Buch abgebrochen.  



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